Was ist guter Klang?
Per Definition ist guter Klang die Wiedergabe des Quellensignals durch die HiFi-Komponente ohne Verfälschung oder andere Veränderung.
Ist es wirklich so einfach? Reicht diese simple Erklärung als Anhaltspunkt, wenn man zum Beispiel eine neue HiFi-Komponente kaufen möchte?
Man kann natürlich auch die Hilfe von verschiedenen Publikationen, die sich mit dem Thema HiFi beschäftigen, zu Rate ziehen. Deren Autoren sind im Allgemeinen recht erfahren in der Beurteilung von Hifi-Komponenten.
Aber hier stoßen wir schon auf ein erstes Problem. Da wird der Klang eines Verstärkers in einem Artikel beschrieben und gelobt. Aber diese Beurteilung bezieht sich nur auf eine einzige Kombination mit bestimmten Quellengeräten (Plattenspieler A /CD-Spieler B) und Wiedergabegerätschaften (Kopfhörer Y oder Lautsprecher X). Sobald ein anderes Gerät in diese Wiedergabekette eingesetzt wird, kann und wird sich der Klang verändern. Außerdem spielt auch das Quellmaterial eine Rolle – welche Platte oder CD wurde verwendet und wie wurden die Musikstücke darauf aufgenommen und gemastert? Viele Tonmeister oder Produzenten haben durchaus eine eigene akustische Signatur, die vielleicht nicht unbedingt mit der reinen Lehre vom guten Klang übereinstimmen muss. Und wenn nicht gerade über Kopfhörer eine Beurteilung vorgenommen wird, spielt der Wiedergaberaum eine wichtige klangbestimmende Rolle. Also kommt man hier der Wahrheit nicht unbedingt näher…
Warum objektive Klangbeurteilung kaum möglich ist
Hinzu kommt ein anderer, sehr wichtiger Aspekt! Das individuelle Klangempfinden unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. So wird ein Musiker den Klang einer Geige anders wahrnehmen als ein reiner Zuhörer, beide werden die Wiedergabe einer Geige über eine HiFi-Anlage wahrscheinlich unterschiedlich bewerten. Die individuellen Vorlieben des Hörers für bestimmte Lautsprecher sind wichtig. Einer mag das anspringende Klangbild von Hornlautsprechern, der andere findet seine klangliche Heimat eher bei Elektrostaten oder konventionellen Lautsprecherboxen. Auch die musikalische Sozialisation hat einen Einfluss auch das Klangempfinden. Ein Hardrock Fan findet die Wiedergabe einer Freejazz Band vielleicht ganz gruselig, während sich der Klassikhörer beim Anhören eines Schlagers unwohl fühlt. Ein Musikstück, welches man persönlich nicht mag oder auch einfach nur keinen Spaß beim Zuhören vermittelt, taugt nicht wirklich, um die Klangqualität zu beurteilen. Auch wenn ewig die gleichen Vorführplatten gespielt werden, nimmt die Bereitschaft, sich auf ein Klangerlebnis einzulassen, deutlich ab. Vielleicht ist es schon mal jemandem aufgefallen – bei den üblichen Vorführungen auf Audiomessen verlassen viele Leute die Vorführung nicht am Ende eines Musikstücks, sondern kurz nach dem Anfang des nächsten Titels. Ein typisches Anzeichen für eine individuelle „Inkompatibilität“ mit der gespielten Musik.
Individuelles Hören: Jeder Mensch nimmt Klang anders wahr
Ein weiterer Stein auf dem Weg zur Klangbeurteilung ist die Selbstsuggestion. Wenn ein Tonabnehmer, Lautsprecher oder Verstärker teuer ist, muss er ja besser klingen, oder? Sicherlich ist bei teureren HiFi-Komponenten der Entwicklungsaufwand höher, es werden bessere und teurere Bauteile verwendet und die Geräte sind stabiler und oft optisch ansprechender gestaltet. Aber auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Gerade bei hochpreisigen Geräten mit exotischen Konstruktionsprinzipien kann im Zusammenspiel mit anderen Komponenten der Klang der ganzen Kette wirklich leiden – auch wenn das Preisschild fünfstellig ist. Da kann dann schon mal eine günstige, aber sorgfältig zusammengestellte Anlage mehr Freude bereiten.
In diesem Zusammenhang ein kleiner Hinweis: Viele Platten aus den siebziger Jahren sind Aufnahme – und fertigungstechnisch nicht unbedingt als gut zu beschreiben. Abgetastet mit einem hochwertigen MC-Tonabnehmer mit Shibata Schliff Diamanten klingen diese Platten meist substanzlos und schrill. Nimmt man stattdessen zum Beispiel ein preiswertes Audio Technika VM-95E Magnetsystem mit einem einfachen elliptischen Diamanten, so bekommen diese Platten ein deutlich ausgewogeneres Klangbild.
Übrigens lassen sich mit dem bionischen Equalizer des A&L® HEADMAN (HEADMAN® – Alders & Lange) solch alte Platten auch ganz vorzüglich wieder anhören, ohne, dass man den Tonabnehmer dafür wechseln müsste.
Die wichtigste Erkenntnis: Musik muss Freude machen
Aber was ist jetzt die Erkenntnis aus den vorherigen Ausführungen? Der gute Klang ist eine höchst individuelle Sache! Er ist abhängig von den persönlichen musikalischen Vorlieben und dem ureigensten Empfinden von Klang. Wahrscheinlich sind darin alle Menschen so unterschiedlich wie Fingerabdrücke. Im Groben zwar sehr ähnlich, aber verschieden im Detail. So kann man denn auch nur den Rat geben, sich neue Geräte zu Hause in Ruhe und mit der Musik, die einem am besten gefällt, ausgiebig anzuhören. Testberichte oder Empfehlungen können eine Richtung aufzeigen, die Entscheidung sollte man immer selbst treffen.
Und nicht vergessen: Es geht um die Musik, die sollte Spaß machen.
Vielleicht auch aus dem Küchenradio – wenn das gefällt, ist das vollkommen in Ordnung!
Und gut für die Seele!

