Der Weg des Signals – vom Tonabnehmer bis zum Ohr

Gegen die CD ist alles andere nur Gaslicht!
Dieser Ausspruch von Herbert von Karajan zur Einführung der CD 1983 ist sicher manchem Musikliebhaber im Gedächtnis.

Nun ja, wie wir alle wissen, hat sich das „Gaslicht“ bis heute sehr erfolgreich gegen die CD behauptet. Es gibt heute so viele Tonabnehmersysteme und Plattenspieler wie noch nie seit Anfang der 80er Jahre. Übrigens – in den 70er Jahren war ja die Quadrophonie ein großes Thema. Die speziellen Quadrophonie Schallplatten in CD4 Technik hatten damals schon einen Frequenzgang bis zu 45000 Hz und wurden von Tonabnehmern mit dem sogenannten Shibata Schliff am Diamanten abgetastet. Das Musiksignal wurde anschließend über einen speziellen analogen Decoder auf vier Kanäle umgesetzt.
So betrachtet ist die höchste wiedergegebene Frequenz von 22000 Hz bei der CD alles andere als ein Meilenstein.

Und damit sind wir schon drin im Thema. Um nämlich das Musiksignal aus der Schallplattenrille zu holen, benötigt man einen Tonabnehmer, der die mechanischen Schwingungen in elektrische umsetzt. Dabei ist das Grundprinzip der meisten Tonabnehmer gleich, von einigen Sonderkonstruktionen abgesehen. Ein Diamant am Ende eines Nadelträgers nimmt die Schwingungen der Schallplattenrille auf und leitet sie über den Nadelträger an den Generator am anderen Ende des Nadelträgers weiter. Dieser Generator besteht immer aus den Komponenten Magnet, Eisenkern und Spulen. Nur je nachdem, welches der drei Bauteile bewegt wird, unterscheidet man die Tonabnehmer mit den Bezeichnungen Moving Coil, Moving Magnet und Moving Iron. Jeder dieser unterschiedlichen Tonabnehmer hat spezielle Vor – und Nachteile, ebenso wie die unterschiedlichen Schliffe der Abtastdiamanten einen Einfluss auf die Signalqualität haben. Genauso wie die verwendeten Materialen der einzelnen Komponenten.
Die wichtigste Erkenntnis ist aber: Die größten Fehler in der Wiedergabekette entstehen aber immer bei der Umsetzung von mechanischer in elektrische Energie und umgekehrt.
An dieser Stelle ist es die Umwandlung der Rillenabtastung in ein elektrisches Signal).

Dieses kleine Signal muss jetzt sorgsam aufbereitet und verstärkt werden. Die Konstrukteure der Schallplatte haben sich dazu einige raffinierte Details einfallen lassen. Um möglichst viel Musik auf der Platte unterzubringen, werden die tiefen Frequenzen abgesenkt. Gleichzeitig werden die hohen Frequenzen angehoben, um ein möglichst gutes rauschfreies Signal auf der Platte zu haben.
Diese sogenannte Schneidkennlinie wird anschließend in einem Phonovorverstärker wie der Vinyl-Engine® – Alders & Lange wieder spiegelbildlich angehoben (für tiefe Töne) bzw. abgesenkt (für hohe Töne) um wieder einen geraden Frequenzgang zu bekommen. Gleichzeitig wird das Signal sehr hoch verstärkt, damit normale Verstärker damit optimal angesteuert werden können. Wohlgemerkt, wir reden hier von Verstärkungen um den Faktor 1000 bis 2000fach bei manchen Moving Coil Systemen. Dass das ganze möglichst rauschfrei verstärkt werden muss, erklärt sich an dieser Stelle von selbst.
Klar, dass hier nur die besten Phonoverstärker ein optimales Ergebnis liefern.

Das aufbereitete Signal gelangt nun in den Leistungsverstärker, um dort entweder Lautsprecher oder Kopfhörer anzutreiben. Auch wenn es viele integrierte Verstärker für Lautsprecher gibt, die zusätzlich noch einen Ausgang für Kopfhörer haben, sollte man die speziellen Eigenschaften der Schallwandler in den Kopfhörern nicht unterschätzen. Zumal bei diesen integrierten Verstärkern das Signal für den Kopfhörer vielfach nur über ein paar Widerstände von den Ausgängen der Lautsprecher abgegriffen wird. Es liegt nahe, dass solch eine simple Schaltung alles andere als eine optimale Ansteuerung eines hochwertigen Kopfhörers darstellt. Deshalb ist es viel sinnvoller, den Kopfhörer mittels eines speziellen Kopfhörerverstärkers wie zum Beispiel dem Headman® – Alders & Lange zu betreiben. Dieser kann die verschiedensten Kopfhörermodelle, egal ob hoch – oder niederohmig mit mehr als ausreichend Leistung ohne Kompromisse versorgen. Außerdem besteht die Möglichkeit, den HEADMAN® durch seinen modularen Aufbau perfekt an die persönlichen Anforderungen anzupassen.
Der „Lautsprecherverstärker“ muss mit anderen Anforderungen klarkommen. Manche Lautsprecher haben einen sehr schlechten Wirkungsgrad, manche einen sehr guten. Elektrostaten stellen für viele Verstärker eine schwierige Last dar. All diese Variationen der Schallwandler muss der Verstärker verkraften können, ansonsten wird der Klang darunter leiden. Auch hier ist es nötig, Verstärker und Lautsprecher sorgsam aufeinander abzustimmen, sonst erreicht man nicht das optimale Ergebnis. Kleiner Einwand: Auch mit Wunderkabeln wird man eine unpassende Kombination nicht retten können. Wenn die Grundvoraussetzungen nicht stimmen, helfen auch solche Sachen nicht…

Und schon sind wir wieder an einem Punkt, wo ein elektrisches Signal wieder in ein mechanisches Signal (Lautsprecher bzw. Kopfhörer) gewandelt wird. Überrascht es, dass auch hier viel größere Fehler entstehen können als in der ganzen Verstärkerkette? Die Verzerrungswerte von Schallwandlern sind immer noch um Größenordnungen höher als bei Verstärkern – wobei die Kopfhörer gegenüber Lautsprechern besser anschneiden.

Zum einen besteht ein Problem darin, dass bei Lautsprechern das Musiksignal in der Regel von mehreren einzelnen Chassis (Hochtöner, Mitteltöner, Tieftöner) abgestrahlt wird, die über eine Frequenzweiche getrennt werden müssen. Dann sind die Chassis auch noch räumlich getrennt auf der Schallwand des Lautsprechers angeordnet, was wiederum zu Auslöschungen des Signals im Übernahmebereich führen kann. Und noch viele andere Faktoren haben Einfluss auf den Klang.
Aber natürlich gibt es viele gute Lautsprecher, bei denen die Konstrukteure einen guten Job gemacht haben.

Aber das ist nichts im Vergleich zum „Endgegner“ bei der Wiedergabe: Der Raum!

Ein Lautsprecher in einem Raum hat immer mit Reflexionen, Resonanzen und Aufstellungsproblemen zu kämpfen. Man kann diese Probleme in den Griff kriegen, viele gut klingende Installationen zeugen davon. Es ist aber immer mit erheblichem Auswand verbunden und meist auch sehr teuer.

Wie einfach ist im Vergleich dazu ein Kopfhörer! Zum einen hat ein Kopfhörer viele der Probleme eines klassischen Lautsprechers nicht, weil er meist nur einen Schallwandler und keine Frequenzweiche besitzt. Dann muss der kleine Schallwandler eines Kopfhörers viel weniger Luft in Bewegung zu setzen als ein Lautsprecher und produziert damit auch viel weniger klangverschlechternde Verszerrungen. Auch kann dieser Schallwandler durch sein geringes Gewicht auch besser dem Signalverlauf folgen als die großen und schweren Membranen eines Lautsprechers. Und mit dem Raum hat ein Kopfhörer erst recht keine Probleme, er bringt in ja praktischerweise mit. Das kleine Luftvolumen zwischen den Ohrpolstern und dem Ohr ist praktisch immer gleich und kann bei der Konstruktion eines Kopfhörers berücksichtigt werden. Aus diesem Grund ist es auch sehr schwierig und sehr, sehr teuer, mit einem Lautsprecher an die Klangqualität und Auflösung eines guten Kopfhörers heranzukommen.

Mit einer Anlage aus Plattenspieler, A&L® VINYL-ENGINE® und HEADMAN® sowie einem hochwertigen Kopfhörer hat man schon eine High-End-Anlage, die keinen Vergleich scheuen braucht!

 

HiFi-Fachmessen: Warum sie für Händler und Musikliebhaber unverzichtbar sind

Warum HiFi‑Fachmessen für Musikliebhaber und Fachhändler so wichtig sind

Wer sich ernsthaft mit hochwertigem Musikgenuss beschäftigt, weiß: HiFi ist mehr als Technik. Es ist Leidenschaft, Handwerk und ein ständiges Streben nach dem bestmöglichen Klang. Genau deshalb spielen Fachmessen im HiFi‑Bereich eine so zentrale Rolle – für Hersteller, Händler und Musikliebhaber gleichermaßen.

Klang erleben statt nur darüber lesen

Online‑Tests, Videos und technische Datenblätter können viel erklären, aber sie ersetzen nie das persönliche Hören. Auf Fachmessen lassen sich Lautsprecher, Verstärker oder Kopfhörer unter realistischen Bedingungen erleben – und zwar im direkten Vergleich. Gerade im Premium‑Segment entscheidet oft der feine Unterschied: Wie wirkt ein Lautsprecher im Raum? Wie harmoniert ein Verstärker mit einer bestimmten Quelle? Welche Kombination berührt emotional?

Diese Eindrücke entstehen im echten Hörraum – und genau das macht Messen so wertvoll.

Direkter Austausch mit den Herstellern

Fachmessen bieten die seltene Gelegenheit, mit den Menschen zu sprechen, die die Geräte entwickeln. Besuchende erfahren:

  • welche Ideen hinter einem neuen Lautsprecherkonzept stehen
  • warum bestimmte Materialien oder Technologien gewählt wurden
  • wie sich eine Produktlinie weiterentwickeln wird

Dieser persönliche Austausch schafft Vertrauen und liefert Hintergrundwissen.

Innovationen frühzeitig entdecken

Viele Hersteller präsentieren ihre Neuheiten zuerst auf Messen. Wer wissen möchte, wohin sich die Branche bewegt, findet dort die Antworten: neue Streaming‑Lösungen, moderne Raumkorrektur, nachhaltige Materialien oder völlig neue Verstärkerkonzepte. Für Fachhändler wie A&L® ist das essenziell, um frühzeitig zu erkennen, welche Produkte wirklich überzeugen und welche Trends langfristig relevant werden.

Vergleichbarkeit, die es im Alltag nicht gibt

Im eigenen Wohnzimmer mehrere Geräte unter identischen Bedingungen zu testen, ist kaum möglich. Auf Messen dagegen stehen oft verschiedene Modelle in ähnlichen Räumen bereit. Das ermöglicht einen unmittelbaren Vergleich – ein großer Vorteil für alle, die bewusst und langfristig investieren möchten.

Ein Ort für Austausch und Leidenschaft

HiFi lebt von Menschen, die Musik lieben. Messen bringen diese Community zusammen: Enthusiasten, Entwicklerinnen, Händler und Musikfreunde. Der Austausch über Lieblingsaufnahmen, Setups oder technische Feinheiten macht den Messebesuch zu einem Erlebnis, das weit über das reine Produktinteresse hinausgeht.

 

DER SINN EINES PHONOVORVERSTÄRKERS

Vinyl erlebt eine Renaissance – immer mehr Musikliebhaber entdecken ihre Leidenschaft für analoge Klangerlebnisse neu. Dies zeigt sich nicht nur in steigenden Plattenverkäufen, sondern auch in der wachsenden Zahl neuer Plattenspieler auf dem Markt. Wer sich für ein hochwertiges Phonogerät entscheidet, steht zwangsläufig vor der Frage: Benötige ich einen speziellen Phonovorverstärker?

VOLLVERSTÄRKER VS. PHONOVORVERSTÄRKER

Viele Vollverstärker verfügen über einen integrierten Phonoeingang, doch dieser genügt oft nur grundlegenden Ansprüchen. Während früher Phonovorverstärker fester Bestandteil hochwertiger Geräte waren, liegt der Fokus moderner Verstärker zunehmend auf digitalen Musikquellen wie USB, Bluetooth oder Streaming-Diensten.

Die Phonovorverstärkung erfordert jedoch höchste Präzision: Der Signalpegel eines Plattenspielers ist wesentlich niedriger als bei Hochpegel-Quellen wie CD-Playern. Dadurch ist das Signal empfindlicher gegenüber Störsignalen und Rauschen. Ein dedizierter Phonovorverstärker ist speziell für diese Anforderungen entwickelt und setzt auf hochwertige Operationsverstärker sowie energieeffiziente Netzteile, um ein optimales Klangerlebnis zu gewährleisten.

WARUM EIN HOCHWERTIGER PHONOVORVERSTÄRKER?

Für audiophile Hörer, die das Maximum aus ihren Vinylschätzen herausholen möchten, ist ein hochwertiger Phonovorverstärker unverzichtbar. Er sorgt für eine präzise und verzerrungsfreie Signalverstärkung, die den vollen Klangreichtum der Schallplatte bewahrt.

Während digitale Musikquellen problemlos über externe Module integriert werden können, liegt der Fokus eines Phonovorverstärkers ausschließlich auf der perfekten Analogwiedergabe.

Für unsere Modern Record Console (MRC) haben wir einen Phonovorverstärker entwickelt, der exakt auf diesen Einsatzzweck abgestimmt ist. Er vereint die typischen Merkmale eines High-End-Geräts:

  • State-of-the-Art Verstärkerstufen für maximale Klangtreue
  • Durchdachte Schaltungsauslegung mit hochwertigen Bauteilen
  • Präzise Bedienbarkeit, Zuverlässigkeit und störungsfreie Funktion
  • Flexible Anpassung an unterschiedliche Tonabnehmer

Mit diesem Phonovorverstärker wird jede Schallplatte zum audiophilen Erlebnis – für reinen, unverfälschten Musikgenuss.