Kopfhörer und Verstärker – Traumpaar oder problematische Beziehung?
Wer sich ein Lautsprecherpaar kauft, weiß in der Regel um die Probleme, die bei Aufstellung, Verstärkerauswahl und Raumakustik ergeben. Es kann im Extremfall sehr aufwendig werden, all diese Parameter zu optimieren.
Wieviel leichter hat man es da mit einem Kopfhörer. Die Raumeinflüsse beschränken sich da auf wenige Kubikzentimeter Luft zwischen Kopfhörermembran und Ohr, die Nachbarn kriegen auch nichts mit von der neuen Hardrockplatte und fast jeder Verstärker ab der 200 Euro Klasse hat schon einen Kopfhörerausgang an Bord. Also alles prima?
Mitnichten!
Zwar hat man mit einem Kopfhörer wirkliche Vorteile gegenüber einer Lautsprecherlösung. So spielt die Raumakustik keine Rolle, da ein Kopfhörer ja nur auf ein kleines „Raumvolumen“ zwischen Treiber und Ohr arbeitet. Auch hat der Kopfhörer den Vorteil, dass er im Gegensatz zu einem normalen Lautsprecher meist nur mit einer einzelnen Membran, die auch noch besonders leicht ist, arbeitet. Die direkte Folge davon ist, dass ein Kopfhörer das Musiksignal wesentlich präziser und hochauflösender, als ein normaler Lautsprecher wiedergeben kann. Im Extremfall kann es sein, dass ein Lautsprecher, der klanglich einem guten Kopfhörer Paroli bieten will, um das zig-fache teurer ist.
Die einzigen Einwände, die man gegenüber einem Kopfhörer haben kann, ist die sogenannte im Kopf-Ortung und das Gewicht bzw. das Drücken der Ohrpolster auf den Kopf. Aber das ist individuell sehr verschieden und von den persönlichen Vorlieben abhängig.
Auch hat es in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte in der Kopfhörerentwicklung gegeben. Sehr viele hochklassige Kopfhörer arbeiten mittlerweile nach dem magnetostatischen Prinzip. Bei dieser Variante liegt eine hauchdünne, mit Leiterbahnen versehene Folie zwischen zwei Lochgittern mit Magneten. Fließt ein Musiksignal durch die Leiterbahnen, bewegt sich die Folie mit dem Musiksignal. Da die ganze Fläche äußerst gleichmäßig angetrieben wird, ist diese Art des Antriebs besonders verzerrungsarm. Aber natürlich gibt es auch noch andere Kopfhörerkonstruktionen, die nicht weniger hochklassig sind. Das soll hier aber nicht das Thema sein.
Denn auch ein hochwertiger Kopfhörer braucht einen High-End-Kopfhörerverstärker. Viele preiswerte Verstärker besitzen zwar schon einen Kopfhörerausgang, meist ist das aber ein Signal, welches direkt an den Lautsprecherausgängen abgezapft wird und anschließend über ein paar Widerstände an der Kopfhörerbuchse ausgegeben wird. Es ist leicht einzusehen, dass dieses nicht die klanglich beste Lösung ist, zumal in den Widerständen auch eine Menge Leistung einfach verheizt wird. Zudem wird durch den zusätzlichen Widerstand in der Leitung auch die Bedämpfung der Kopfhörermembran verschlechtert und damit auch die Präzision der Wiedergabe. Je nach Impedanz des Kopfhörers, kann es auch zu Frequenzgangänderungen kommen. Somit kann die Empfehlung nur lauten: Zur reinen Funktionskontrolle oder für Wortbeiträge durchaus brauchbar, aber für den wirklichen Musikgenuss sollte man doch eine andere Lösung suchen.
Manche Verstärker besitzen tatsächlich auch einen eingebauten, kleinen Kopfhörerverstärker. Dieser ist meist mit günstigen Standard ICs aufgebaut, bei hochpreisigen Geräten kann er auch aufwendiger sein. Hier gilt es dann abzuwägen, ob man die integrierte Lösung bevorzugt oder tatsächlich zu einem separaten Kopfhörerverstärker greift. Für preiswerte Kopfhörer mag das eine Lösung sein, für die hochwertigeren Modelle sollte immer ein eigenständiger Verstärker gewählt werden.
Das hat mehrere Vorzüge:
Dezidierte Kopfhörerverstärker sind auf optimale Rauscharmut und Verzerrungsfreiheit optimiert. Immerhin befinden sich die „Lautsprecher“ nur Zentimeter vom Ohr entfernt und Nebengeräusche sind durch die Ohrkissen deutlich abgeschirmt. Während ein rauschender Verstärker bei normalen Lautsprechern in 2-3 Metern Entfernung nicht mehr zu hören ist, würde es beim Kopfhörer ohne Musiksignal sofort auffallen.
Auch kommt ein Kopfhörerverstärker wesentlich besser mit den sehr unterschiedlichen Impedanzen der verschiedenen Modelle zurecht. Die Impedanzen der heute auf dem Markt befindlichen Kopfhörer können von 20 bis zu 600 Ohm betragen. Diesen weiten Bereich muss so ein Verstärker problemlos abdecken können und dabei noch die entsprechende Leistung liefen können. Zwar reden wir hier nicht von den beindruckenden Leistungen der Lautsprecherverstärker, aber selbst die wenigen Watt müssen erst einmal sauber erzeugt werden. Tatsächlich sollte man gerade im unteren Preisbereich darauf achten, dass der Kopfhörerverstärker auch leistungsmäßig zum eigenen Kopfhörer passt.
Ein Verstärker, wie unser ALDERS&LANGE® (Instagram) HEADMAN® (HEADMAN®-Modelle im Überblick – Alders & Lange), bietet auch die Möglichkeit, mit seinen standardmäßigen vier Line Eingängen und seinem Line Ausgang auch als kompletter Vorverstärker zu arbeiten. Und die Option Bionischer Equalizer ermöglicht es, klanglich nicht ganz so gute Aufnahmen nachträglich etwas aufzubessern, damit die Aufnahme nicht im Regal verstaubt.
Übrigens ist ein wesentliches Argument pro Kopfhörer noch gar nicht zur Sprache gekommen:
Hören Sie sich ein Hörspiel in Kunstkopf Aufnahmetechnik mit Ihrem Kopfhörer an. Sie werden ihn nicht mehr abnehmen wollen…
VINYL-ENGINE® VE200 – Meisterin der leisen Töne
Die VINYL-ENGINE® VE200 ist die Meisterin der leisen Töne und nimmt im Programm von ALDERS & LANGE® eine Sonderstellung ein. Sie ist als einziges Modell ausschließlich für die Verwendung mit Moving Coil Systemen konzipiert. Und sie wartet noch mit einer anderen exklusiven Besonderheit auf: Die Verstärkung der winzigen und sensiblen Moving Coil Signale übernehmen bei der VE 200 die höchstwertigen und berühmten Übertrager der schwedischen Firma Lundahl. Lundahl ist die Adresse, wenn es um Übertrager für audiophile Anwendungen geht, der Name steht für höchste Qualität und technische Kompetenz, passt also hervorragend zu A&L®.
Aber natürlich entspricht die VINYL-ENGINE® VE200 in der übrigen Ausstattung dem gewohnten hochwertigen ALDERS & LANGE® Standard mit einem effektiven Eingangsfilter, der die Unsauberkeiten aus dem Stromnetz eliminiert. Selbstverständlich besitzt die VE200 auch die getrennten Netzteile für die Audioschaltkreise und die Steuerungslogik. Alle Versorgungsspannungen werden zudem mit einer speziellen Schaltung überwacht und geregelt, damit alle Schaltungsteile optimale Betriebsbedingungen haben und vor Fehlfunktionen geschützt werden. Das massive Gehäuse schützt alle Schaltungsteile optimal vor Vibrationen, schirmt zusätzlich hervorragend vor elektromagnetischen Störstrahlungen ab und sieht dabei auch sehr gut aus. Und wie üblich lassen sich auch hier alle Sonderwünsche hinsichtlich Farbwahl erfüllen.
Die Eingänge der VE200 sind zudem in der Verstärkung, im Eingangswiderstand und in der Betriebsart symmetrisch/unsymmetrisch einstellbar. Das erfolgt über hochwertige Signalrelais, die über die Drehschalter an der Front gesteuert werden. Für die symmetrische Variante steht außerdem neben den Cinch Buchsen eine fünfpolige XLR-Buchse zur Verfügung, die mittels Spezialkabel direkt am SME-Tonarmstecker angeschlossen werden kann. Damit verbessern sich die schon sehr hohen Störabstände nochmals um ca. 2 dB.
Durch diese konstruktiven Details ist es möglich, alle signalführenden Verstärkersektionen sehr nah an den Anschlussbuchsen zu platzieren, was hinsichtlich Störgeräuscharmut und Leitungslängen große Vorteile bietet. Auch die Lundahl Übertrager sitzen ganz dicht hinter den Anschlussbuchsen. All dieser Aufwand bei der Konstruktion der VE200 mündet in sehr guten Messwerten und einem sauberen und offenen Klangbild.
Aber warum Übertrager und nicht die Eingangsverstärker wie in der VINYL-ENGINE® VE100?
Tatsächlich haben Übertrager einige Vorteile gegenüber einer elektronischen Verstärkung. Zum einen fügen sie dem Signal kaum eigenes Rauschen hinzu, was bei elektronischer Verstärkung möglich ist. Und außerdem trennen Übertrager das Tonabnehmersystem galvanisch von der Verstärkerschaltung, was Brummprobleme verhindert.
Aber natürlich gibt es auch andere Gründe!
Aufgrund der Vielfalt der verfügbaren MC-Systeme gibt es tatsächlich die Situation, dass manche Systeme besser mit elektronischer Verstärkung klingen, andere aber besser mit Übertragern zurechtkommen und damit zu ihrer Höchstleistung fähig sind.
Gerade japanische MC-Systeme werden oft auf das Zusammenspiel mit hochwertigen Übertragern optimiert, weil im asiatischen Raum Übertrager in vielen Fällen normalen MC-Verstärkern vorgezogen werden. Es kann sich also lohnen, beide Varianten der VINYL-ENGINE® (VINYL-ENGINE®-Modelle im Überblick – Alders & Lange), mit Übertrager (VE200) und mit elektronischem MC–Verstärker (VE100), untereinander zu vergleichen.
Optimal verstärkt werden die Tonabnehmersysteme von beiden Varianten, probieren Sie es aus, Sie werden überrascht sein…
